Freitag, 22.11.2013

REGIO.VELO.01 ist Gewinner im Landeswettbewerb Radschnellwege

Nach mehreren Falschmeldungen im Vorfeld war die Freude der Projektträger um so größer, als NRW-Verkehrsminister Michael Groschek am 20. November bekanntgab: REGIO.VELO.01 ist einer der Gewinner des Landeswettbewerbs Radschnellwege. Was diese gute Nachricht praktisch bedeutet und welche Schritte jetzt anstehen, darüber informierten jetzt die Bürgermeister der beteiligten Städte gemeinsam mit dem Borkener Landrat Dr. Kai Zwicker und Uta Schneider von der Regionale 2016 Agentur.

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Freuen sich über den Erfolg im Landeswettbewerb (v.l.n.r.): Bürgermeister Peter Nebelo (Bocholt), Bürgermeister Rolf Lührman (Borken), Bürgermeister Lothar Mittag (Rhede), Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr (Velen), Uta Schneider (Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur), Bürgermeister Hubert Effkemann (Gescher), Landrat Dr. Kai Zwicker und Bürgermeister Rudi Geukes (Isselburg).

"Die Münsterländer und das Fahrrad – das gehört einfach zusammen. Mit diesem Projekt bewegt sich der Radverkehr im Münsterland mit viel Rückenwind in die Zukunft", freute sich Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur, über die positive Nachricht aus Düsseldorf. Jetzt können die Projektträger die nächsten Arbeitsschritte mit massiver Landesinterstützung angehen. Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker betonte, dass dabei auch eine breite Öffentlichkeitsarbeit entscheidend sei: "Jetzt ist es wichtig, die Politik und die Bürger mitzunehmen und davon zu überzeugen, dass das ein wirklich zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt und eine Bereicherung für die Städte und den ganzen Kreis ist", zeigt sich Zwicker begeistert von dem Projekt. Deshalb werde der Kreis Borken die weiteren Planungsschritte unterstützen und eine koordinierende Funktion im Projekt übernehmen.

Weiter geht es nun mit einer Machbarkeitsstudie, die das Land Nordrhein-Westfalen zu 80 % finanzieren wird. Die verbleibenden 20 % müssen die Anliegerstädte selbst beisteuern. "Je Stadt werden wir da bei unter 10.000 € landen" schätzte Mittag den Aufwand für die Kommunen. In der Machbarkeitsstudie gehe es um den konkreten Verlauf und die Kosten der Trasse. Bisher sei die Strecke lediglich als Korridor vorgedacht, der sich grob am Verlauf der ehemaligen Bahnstrecke orientiere. Wie die Trasse dann tatsächlich verlaufen solle, hänge von der Verfügbarkeit von Flächen, vom baulichen Aufwand und vielen weiteren Faktoren ab, die von Stadt zu Stadt unterschiedlich seien. "Da wird man sich vor Ort ein differenziertes Bild machen und nach den optimalen Trassen suchen", beschrieb Mittag die nun anstehende Aufgabe. Nach der Machbarkeitsstudie gehe es dann an die Ausführungsplanung, für die das Land genauso Unterstützung zugesichert habe, wie auch für eine spätere Realisierung der Strecke.

Einen Wermutstropfen hatte die Meldung aus Düsseldorf jedoch: Die Jury hat im Landeswettbewerb den Streckenabschnitt von Isselburg über Bocholt, Rhede und Borken nach Velen ausgezeichnet. Der Abschnitt von Velen nach Coesfeld hat die Jury aufgrund der vergleichsweise geringen prognostizierten Nutzerzahlen auf diesem Abschnitt weniger überzeugt. Die Projektträger betonen aber, im Rahmen der Regionale 2016 die gesamte Strecke weiter im Blick zu haben. "Von Isselburg bis Velen können wir jetzt mit großer Unterstützung durch das Land weiterplanen. Aber auch von Velen bis Coesfeld werden wir weiterzudenken – vielleicht mit anderen Standards", fasste Rhedes Bürgermeister Lothar Mittag, der die Bewerbung der Städte koordiniert hatte, die gemeinsame Position zusammen.

Hintergrund Radschnellwege
Nach Vorbildern aus Kopenhagen und den Niederlanden sollen in Nordrhein-Westfalen Radschnellwege entstehen. Für den Bau und die Gestaltung von Radschnellwegen hat ein Expertengremium unter Leitung des NRW-Verkehrsministeriums folgende allgemeine Qualitätskriterien für Radschnellwege festgelegt:

  • direkt geführt, möglichst geradlinig
  • Trennung von Rad- und Fußverkehr
  • steigungsarm, asphaltiert und zumindest innerorts beleuchtet
  • regelmäßige(r) Reinigung und Winterdienst
  • begleitende Serviceeinrichtungen (z.B. Luftstationen, Rastplätze mit Abstellanlagen, punktuelle Überdachung als Regenschutz)

Darüber hinaus sind Radschnellwege an Knotenpunkten mit Bevorrechtigung auszugestalten. Es hängt jedoch vom jeweiligen Einzelfall ab, wie die Vorfahrt zu regeln ist. Grundsätzlich ist die Querung von Bundesstraßen und stark belasteten Landesstraßen im Verlauf von Radschnellwegen möglichst zu vermeiden.

Zur Projektbeschreibung REGIO.VELO.01