Dienstag, 14.03.2017

Regionale 2016 zeichnet vier Projekte mit A-Status aus

Die Regionale 2016 im westlichen Münsterland befindet sich im Schlussspurt: Das NRW-Strukturförderprogramm endet in diesem Jahr. Projekte werden aber auch auf der Zielgeraden weiterhin entwickelt und ausgezeichnet. Auf seiner heutigen Sitzung in Werne hat der Regionale-Lenkungsausschuss gleich vier Projekte in den A-Status und somit über die Ziellinie gehoben: „Haus der Bionik“ (Bocholt), „Pankok Museum Haus Esselt“ (Hünxe), „Schermbeck erLeben“ und „Quartiersanpassung Wulfen-Barkenberg“. Das Projekt „Akademie für den Sandstein“ (Havixbeck) wurde in den B-Status aufgewertet.

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Pankok Museum Haus Esselt: Bereits heute ist das Museum beliebter außerschulischer Lernort. (Foto: André Dünnebacke / Regionale 2016 Agentur)

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Haus der Bionik: Bei der Bionik geht es darum, Funktionsweisen aus der Tier- und Pflanzenwelt zu nutzen. (Foto: Regionale 2016 Agentur)

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Akademie für Sandstein: Das Baumberger-Sandstein-Museum soll zu einem Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur weiterentwickelt werden. (Foto: Regionale 2016 Agentur)

„Ich bin sehr froh, dass wir auch 2017 noch Projekte auszeichnen können. Die heute besprochenen Vorhaben sind ein Gewinn für unsere Region. Sie zeigen Ideen und Ansätze auf, wie das westliche Münsterland seine Qualitäten als erfolgreiche Lebens-, Wirtschafts- und Kulturregion weiterentwickeln kann“, sagt Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur. Im Zuge der Regionale 2016 haben jetzt 31 Projekte den A-Satus und somit grünes Licht für die Umsetzung erhalten. Diese Zahl kann noch weiter steigen: Die voraussichtlich letzte Sitzung des Lenkungsausschusses ist für Juni angesetzt.

Schermbeck erLeben ist eines der Projekte, die heute mit dem A-Status ausgezeichnet wurden. Im Fokus stehen Spielplätze und Freiflächen im Ortskern und in den Wohngebieten. Diese sollen aufgewertet und besser miteinander verbunden werden, so dass ein umfassendes Spiel- und Bewegungsraumangebot entsteht. Geplant ist beispielsweise ein Rundweg, der die Flächen und somit auch unterschiedliche Ortsteile thematisch miteinander verbindet. Bereits im Oktober 2016 erfolgte der Spatenstich für die erste Maßnahme, die Arbeiten am Spielplatz Schienebergstege. Jetzt können auch die weiteren Bausteine Schritt für Schritt angegangen werden. 3,7 Millionen Euro werden nach derzeitiger Kalkulation in den kommenden Jahren investiert, davon 2,6 Millionen aus der Städtebauförderung. Das Projekt wurde heute vom Regionale 2016-Lenkungsausschuss direkt aus der C- in die A-Stufe gehoben. „Die Gemeinde arbeitet bereits seit geraumer Zeit sehr intensiv und erfolgreich an dem Vorhaben und hat im vergangenen Jahr bereits mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Deshalb konnte der Ausschuss mit gutem Gewissen direkt den A-Status verleihen“, erklärt Uta Schneider.

Gleiches, nämlich der direkte Sprung in die A-Kategorie, gilt auch für die Projekte „Quartiersanpassung Wulfen-Barkenberg“ und Pankok Museum Haus Esselt. Haus Esselt in Hünxe war langjähriger Lebens- und Schaffensort von Otto Pankok – einem der bedeutendsten deutschen Zeichner, Grafiker und Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Mit ihrem Regionale 2016-Projekt legt die Otto-Pankok-Stiftung jetzt den Grundstein, dass dieser besondere Ort mit dem ehrenamtlich betriebenen Museum auch in Zukunft von Jung und Alt besucht werden kann. Die Gebäude werden baulich saniert, die Museumsräume erweitert und die Ausstellung modernisiert. Bereits heute ist das Museum beliebter außerschulischer Lernort. Die Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrer werden ebenfalls verbessert. Der erste Bauabschnitt, die denkmalgerechnete Sanierung des ehemaligen Wohnhauses, startete bereits im November 2016. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 3,6 Millionen Euro, von denen 2,1 Millionen Euro aus Fördermitteln bestritten werden.

Die Stadt Dorsten hat mit ihrem Projekt Quartiersanpassung Wulfen-Barkenberg gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie Eigentümern die Einfamilienhausgebiete im Stadtteil Barkenberg in den Blick genommen. Im Fokus stehen konkrete Fragen: Wie können Barrierefreiheit und Wärmeversorgung verbessert werden? Welche ergänzenden Wohnangebote sind notwendig? Bereits 2015 fand unter dem Titel „HausAufgaben“ ein geförderter Workshop über mehrere Tage statt. Im Anschluss konnte mit finanzieller Unterstützung der Stadt ein ehrenamtlich getragenes Quartiersbüro eingerichtet werden. In Quartiersspaziergängen wurde gemeinsam mit Bürgern ein Grünkonzept entwickelt, welches künftig schrittweise umgesetzt wird. Zudem entsteht in Zusammenarbeit mit der City Ruhr GmbH ein neues Energiekonzept für Barkenberg. Für dieses Gesamtpaket an erfolgten und perspektivischen Maßnahmen wurde das Projekt mit dem A-Status ausgezeichnet.

Mit dem vierten neuen A-Projekt, dem Haus der Bionik, wird die Grundlage dafür gelegt, dass Unternehmen im westlichen Münsterland künftig stärker von Bionik-Prozessen und weitergehenden Technologien wie z.B. der Mechatronik profitieren können. Projektträger ist die Innocent Bocholt GmbH. Bei der Bionik geht es darum, Funktionsweisen aus der Tier- und Pflanzenwelt zu nutzen. An der Westfälischen Hochschule in Bocholt gibt es mittlerweile ein eigenes Kompetenzzentrum für Bionik. Das dort gesammelte Fachwissen wird jetzt für Unternehmen besser zugänglich. Gefördert wird der Wissenstransfer im Zuge des Interreg-Programms „Bionik in KMU“. Derzeit wird im „Innocent Bocholt“ ein Büro als Anlauf- und Beratungsstelle eingerichtet. Zudem wird eine Datenbank mit Anwendungsbeispielen für die Umsetzung von Bionik in Unternehmen aufgebaut. Weiter erforscht und als Pilotprojekte umgesetzt werden sollen künftig vor allem „bionischen Leichtbaustrukturen“, um Maschinen beweglicher und effizienter zu machen. Die Bewilligung dieses Kooperationsprojekts aus dem ZIM-Bundesprogramm wird in Kürze erwartet.

Einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Realisierung hat die Akademie für Sandstein in Havixbeck genommen. Das Projekt wurde in den B-Status aufgewertet. In der noch ausstehenden Sitzung des Lenkungsausschusses im Juni soll dann über den A-Status entschieden werden. Das Baumberger-Sandstein-Museum soll zu einem Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur weiterentwickelt werden. Für Besucher soll es mehr Möglichkeiten geben, den Baustoff zu erleben. Beispielsweise ist geplant, die ehemalige Durchfahrtsscheune baulich zu erneuern und ein Veranstaltungsraum zu schaffen, der auch von Vereinen genutzt werden kann. Das Architektenbüro „A.K.T.“ aus Münster hat mittlerweile mit den Planungen begonnen.