Dienstag, 17.03.2015

Grünes Licht für Renaturierung der Lippe zwischen Olfen und Datteln

Der Weg für die Renaturierung der Lippe zwischen Olfen und Datteln ist frei: Die Bezirksregierung Münster hat heute den Planfeststellungsbeschluss an den Lippeverband übergeben. Der Fluss soll auf einer Länge von sechs Kilometern künftig wieder frei fließen, an seinen Ufern sollen wertvolle Biotope entstehen.

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Grünes Licht für den Lippeumbau: In Datteln-Ahsen wurde der Planfeststellungsbeschluss an die Projektpartner übergeben. (Foto: André Dünnebacke / Regionale 2016 Agentur)

Die Lippe ist in dem Abschnitt zwischen Olfen und Datteln derzeit stark eingetieft, die Ufer sind mit Steinschüttungen befestigt. Im Zuge des Regionale 2016-Projektes „2Stromland“ entstand deshalb die Idee, dem Fluss wieder mehr Freiraum zu geben und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Besucher können die naturnahe Entwicklung der Lippe mitverfolgen: An einigen wenigen Stellen werden Aussichtsplattformen und Stege entstehen. Die großflächige Renaturierung und Auenentwicklung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Lippeverbandes und der Landschaftsagentur Plus GmbH, die die rund 100 Hektar Flächen des Eigentümers RAG AG bereitstellt und über Kompensationsmaßnahmen refinanziert. Das Bauvolumen von ca. 10 Mio. Euro trägt das Land NRW.

Das Genehmigungsverfahren ist durch die Bezirksregierung Münster nach 9 Monaten abgeschlossen worden. Die Übergabe des Planfeststellungsbeschlusses gibt dem zuständigen Lippeverband jetzt die Möglichkeit, mit den Maßnahmen zu starten. „Die vielen engagierten Partner haben das gemeinsame Ziel, die Lippe ökologisch aufzuwerten und den Landschaftsraum an einigen Stellen für den Menschen zugänglich zu machen. Das Projekt ist damit auch beispielhaft für einen neuen Umgang mit unseren Gewässern“, sagt Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin der Bezirksregierung Münster.

Nach den derzeitigen Planungen sollen noch in diesem Jahr die ersten Arbeiten starten. „Schritt für Schritt kommen wir an der Lippe einem naturnahen Gewässer näher: Nach den Lippeauen in Hamm und der neuen Lippemündung bei Wesel setzen wir mit der Renaturierung bei Haus Vogelsang einen weiteren wichtigen Baustein. Alle dürfen gespannt sein, wie aus dem „Experimentierraum“ Lippe eine neue Lippe-Realität wird. Für uns als Flussmanager ist es dabei Ziel, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Tourismus in Einklang zu bringen“, erklärt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes und der Emschergenossenschaft. Damit die Lippe wieder frei fließen und ihr eigenes Flussbett bilden kann, werden Steine der Uferbefestigung entfernt sowie Teile der Lippeaue wieder mit dem Gewässer verbunden.

Die Lipperenaturierung zwischen Olfen und Datteln ist Teil des Regionale 2016-Projektes „2Stromland“. In einem 8000 Hektar großen Gebiet zwischen Lippe und Stever soll beispielhaft gezeigt werden, wie unterschiedliche Ansprüche — landwirtschaftliche Nutzfläche, Biotop für Pflanzen und Tiere, Freizeitraum und vieles mehr — miteinander in Einklang gebracht werden können. „Die geplante Renaturierung des Flusses gibt nicht nur ein gutes Bespiel dafür, wie ökologische Ziele erreicht und diese gleichzeitig auch für den Menschen erleb- und verstehbar werden können, sondern steht auch für eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit privater und kommunaler Akteure“, sagt Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016 Agentur.

Weitere Informationen zum Projekt 2Stromlang gibt es auf der Projektseite.

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