ZukunftsDORF Legden

Die Gemeinde Legden zeigt mit dem Projekt „Älter werden im ZukunftsDORF", wie kleinere Kommunen erfolgreich mit dem demographischen Wandel umgehen können. Ärztliche Versorgung, neue Pflege- und Mobilitätsangebote, barrierefreies Wohnen und das Miteinander der Generationen stehen im Mittelpunkt. Legden geht damit eine Herausforderung an, vor denen gerade im ländlichen Raum viele Städte und Gemeinden stehen. Die Strukturen der Gesellschaft ändern sich und damit einhergehend auch die Ansprüche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger – beispielsweise an die medizinische Versorgung und an attraktive Lebensbedingungen.

Der Bedarf an seniorengerechten Angeboten wächst. Für die ärztliche Versorgung, Pflege, Mobilität, barrierefreies Wohnen und Einkaufen müssen Lösungen gefunden werden, die die Lebensqualität im Alter erhalten. Das „ZukunftsDORF“ ist Ergebnis eines gemeinschaftlichen Prozesses: Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde, private Unternehmen, verschiedene Institutionen, Vereine und kommunale Verantwortliche haben das Projekt mitgestaltet und unterstützt. Dabei galt das Motto: Was für ältere Menschen erforderlich ist, nützt auch den Jüngeren. Von einem barrierefreien öffentlichen Raum, einer medizinischen Versorgung auf hohem Niveau oder der Sicherung der örtlichen Versorgung profitieren alle Generationen.


Grundlage des Projekts sind vier Handlungsfelder:

Versorgung: Ziel ist es, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung im Ort zu sichern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf altersabhängigen Erkrankungen, insbesondere auf Demenz. Mit dem Baustein „Gesund älter werden“ ist ein regionales Kompetenznetzwerk entstanden: Unter Federführung des Gesundheits- und Präventionszentrums Westmünsterland GmbH haben sich verschiedene medizinische Dienstleister, Hausärzte, Fachärzte und Physiotherapeuten zusammengeschlossen, um eine hochwertige und wohnortnahe Versorgung von Menschen im Frühstadium einer Demenzerkrankung zu gewährleisten. Ziel ist die Entwicklung und Etablierung eines Medizinischen Kompetenzzentrums für Geriatrie und Demenz. Unter Leitung der Caritas Pflege & Gesundheit Ahaus wird unter dem Titel „Teilhabe am Leben“ an einem haupt- und ehrenamtlichen Unterstützungsnetzwerk gearbeitet, um Menschen mit Demenz so lange wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Im Projekt „Gemeinsam“ erproben Ärzte und Therapeuten eine neue patientenzentrierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Beide Vorhaben werden vom NRW-Gesundheitsministerium gefördert.

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Gesundheitsvorsorge und Präventionsangebote sind wichtige Bestandteile des Projektes. (Foto: Greta Schüttemeyer, LWL-Medienzentrum für Westfalen)
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Juli 2014: Das ZukunftsDORF Legden wird im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. (Regionale 2016 Agentur)
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Der Aktionstag „Gartenträume“ lenkte die Aufmerksamkeit der Legdener auf die Potenziale der Freifläche in ihrer Ortsmitte – dem späteren Dahliengarten. (André Siemes, Regionale 2016 Agentur)

Service & Betreuung: Gemeinsam mit der LEADERRegion AHL (Ahaus, Heek und Legden) hat Legden ein interkommunales Flächenmanagement gestartet. Ziel ist die Revitalisierung bzw. Entwicklung der innerstädtischen Potentiale. Von 2013 bis 2015 wurde hierfür eine zeitlich befristete interkommunale Stelle eines „Kümmerers“ eingerichtet.  Die Gemeinde Legden versucht zudem, barrierefreien Wohnraum im Ortszentrum anzubieten. Eine Musterwohnung in einer privaten Wohnanlage wurde für den Zeitraum von 2011 bis 2013 zur Besichtigung geöffnet. Dadurch wurde ein breites Publikum erreicht und ein geschätztes privates Investment von 3 Millionen Euro in der Kommune ausgelöst.

Mobilität
Legden möchte allen Menschen ermöglichen, sich frei in der Gemeinde zu bewegen und am Dorfleben teilzuhaben. So wird beispielsweise auf städtebaulicher Seite am „barrierefreien Ortskern“ gearbeitet. Die Maßnahme wurde 2014 in das integrierte Handlungskonzept aufgenommen und im September 2017 abgeschlossen. Als weiterer Baustein soll die „Nahmobilität“ verbessert und der Bürgerbusverein neu aufgestellt werden, um die Ortsteile Legden und Asbeck miteinander zu verbinden. Hierfür wurde eine Bestandsanalyse unter Berücksichtigung der Nachfrage- und Angebotsseite erstellt. Im Fokus steht ein „BürgerAuto“, dessen Betrieb ehrenamtlich und auf Nachbarschaftshilfe fußend organisiert werden soll. Das „BürgerAuto“ ist zugleich Teilbaustein des Regionale 2016-Projektes „MObile VIElfalt“ (MOVIE).

Leben & Lernen: Der neu entstandene „Dahliengarten“ im Ortszentrum wurde 2015 eröffnet und hat sich als generationsübergreifender Treffpunkt und Veranstaltungsort etabliert. Die ehemals brachliegende 4.000 Quadratmeter große Fläche bietet jetzt Grün- und Spielbereiche und bekommt durch die angelegten Dahlienbeete einen thematischen Bezug zum Dahliendorf Legden. Neu entstandene Wegebeziehungen verbinden den Garten mit der Kirche, dem Einzelhandel sowie mit dem sich anschließenden Wohngebiet auf direktem Weg.
Darüber hinaus setzen örtliche Vereine in Legden sowie die Volkshochschule weitere Maßnahmen in diesem Handlungsfeld um. Zu nennen sind hier die Vorhaben „Wissen weitergeben“, „Integration älterer Menschen mit Handicap“ und „Der Friedhof, Ort der Erinnerung und Begegnung“.


Das ZukunftsDORF Legden hat bereits jetzt auf vielen Ebenen Barrieren entfernt – und ist ein Zukunftsthema konsequent angegangen: die Versorgung einer älter werdenden Bewohnerschaft im ländlichen Raum mit Gütern, Dienstleistungen, sozialer und kultureller Infrastruktur sowie medizinischer Versorgung. Gleichzeitig sorgt das Projekt für einen verstärkten Dialog zwischen Alt und Jung und ein generationsübergreifendes menschliches Miteinander. Ein gesellschaftliches Bewusstsein für die zukünftigen Herausforderungen wird somit geschaffen.

Projektträger

Gemeinde Legden

Ansprechpartner

Gemeinde Legden
Friedhelm Kleweken
kleweken(at)legden.de

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Ein Bild aus früheren Tagen: Wo heute der Dahliengarten zum Verweilen einlädt, war vorher eine nicht zugängliche Freifläche mitten im Ort. (Foto: Michael Führs, Regionale 2016 Agentur)
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Der Dahliengarten ist mittlerweile ein viel genutzter Ort – z. B. für eine Open Air-Kinovorstellung im Regionale 2016-Präsentationsjahr. (Foto: Michael Führs, Regionale 2016 Agentur)