Wohnen mit (Mehr-)Wert

Mit ihrem Projekt „Wohnen mit (Mehr-)Wert“ wirkt die Stadt Billerbeck dem Wertverlust von älteren Ein- und Zweifamilienhäusern präventiv entgegen. Im Fokus stehen Beratungsangebote zu barrierefreiem Umbau, energetischer Sanierung sowie den dazugehörigen Fördermöglichkeiten. Darüber hinaus möchte die Stadt auch soziale und wohnungsnahe Dienstleistungen initialisieren und den ÖPNV an zukünftige Bedürfnisse anpassen. Das Projekt gibt nicht nur positive Impulse für Häuser und Wohngebiete. Es hilft zudem dabei, negative Auswirkungen für das gesamte Stadtgebiet zu vermeiden, wie Imageverlust, Leerstände in Zentrumsnähe und Flächenverbrauch durch Neubaugebiete.

Billerbeck widmet sich damit einem Zukunftsthema, vor dem alle Kommunen in der Region stehen. Der gewählte Ansatz zeigt, wie verschiedene Interessen eingebunden und öffentliche wie private Akteure für die gemeinsame Gestaltung eines zukunftsfähigen Wohngebietes mobilisiert werden können.

Zusammen mit dem Büros SSR aus Dortmund initiierte die Stadt von Februar bis September 2014 einen umfangreichen Aktivierungs- und Beteiligungsprozess. In den drei Wohngebieten „Dreitelkamp I“, „Kerkeler“ und „Zu den Alstätten“ wurden Haushaltsbefragungen und Ideen-Workshops („Projektlabore“ und „Ideenmarkt“) durchgeführt. Auf diesem Wege lernten die Bewohner das Projekt kennen und konnten eigene Ideen für Handlungsansätze einbringen. Das Wohngebiet „Kerkeler“ wurde letztlich aufgrund der großen Initiative und Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger als Projektgebiet ausgewählt. Viele Häuser sind hier für eine alternde Bevölkerung nur eingeschränkt geeignet, es fehlt hier an alternativen Wohnangeboten und auch im öffentlichen Raum gibt es Anpassungsbedarf.

Um Bürgerinnen und Bürger über Angebote und bestehende Fördermöglichkeiten zu informieren sowie bei Fragen zum eigenen Haus beraten zu können, ist 2016 ein Quartiersmanagement eingerichtet worden. Eine öffentliche Sprechstunde finndet jeweils einmal pro Woche in einem Büro im Kerkeler statt. Das Quartiersmanagement, das durch das Planungsbüro BASTA aus Dortmund betreut wird, steht den Bewohnern bis Mitte 2019 beratend zur Seite. Bis dahin sollen erste Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen eine Aufbruchstimmung erzeugen, die weitere Hauseigentümer zum Handeln motiviert. Gleichzeitig wird über alternative Wohnformen zum vorherrschenden Einfamilienhaus nachgedacht, wie beispielsweise Senioren-Wohngemeinschaften, damit Menschen in verschiedenen Lebenslagen vor Ort wohnen bleiben können. Konkret ist ein neues Wohnprojekt in Verbindung mit einem Gemeinschaftsraum für das Wohngebiet Kerkeler in Planung.

Aus dem Projekt und den in den Quartieren durchgeführten Workshops sind weitere Ideen entstanden: die Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, ein Lieferservice für Güter des täglichen Bedarfs, eine Plattform für Nachbarschaftshilfe und ein Bürgerbus, der die Wohngebiete mit der Innenstadt verbindet.

Projektträger

Stadt Billerbeck

Ansprechpartner

Stadt Billerbeck
Marion Dirks
dirks(at)billerbeck.de