Werne neu verknüpft

Direkt westlich des historischen Stadtzentrums von Werne fließt die Horne. Parallel dazu verläuft die groß dimensionierte Bundesstraße 54. Fluss und Straße trennen die Stadt an zentraler Stelle. Deshalb wird Werne jetzt neu verknüpft – durch den Rück- bzw. Umbau der Bundesstraße, Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der Horne, neue Erholungs- und Aufenthaltsflächen sowie eine Uferpromenade. Die Stadt verbindet für ihr Regionale 2016-Projekt die Themen Gewässerentwicklung, Verkehr, Städtebau und Energiewende miteinander.

Der zentrale städtische Bereich wird aufgewertet und ein beispielhafter Prozess für die Umgestaltung von Fließgewässern und ihrer Umgebung eingeleitet. Besonderes Merkmal ist dabei die aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, die zu Mitgestaltern des Projekts geworden sind.

„Werne neu verknüpft“ hat sich aus ursprünglich zwei Regionale 2016-Projekten entwickelt: Nachdem ein wesentlicher Baustein der „EnergieStadt Werne“ aufgrund der avisierten Stilllegung eines Gas- und Kohlekraftwerks nicht mehr zu realisieren war und auch „Werner Wasser im Wandel“ nicht umsetzbar erschien, wurden zentrale Bausteine dieser Vorhaben 2015 verknüpft.

Zentrales Ziel ist es, die trennende Wirkung der viel befahrenen Münsterstraße (B54) in Werne aufzuheben und die Stadtbereiche westlich des historischen Zentrums besser anzubinden. Der Bund, Straßen NRW und der Kreis Unna haben zugestimmt, dass die B54 künftig über eine westliche Ortsumgehung (L518) verlaufen und somit die Münsterstraße städtebaulich integriert werden kann. Ein Verkehrsgutachten hat nachgewiesen, dass diese Maßnahme beträchtliche positive Effekte für die Innenstadt bringen wird. Die Arbeiten sollen 2018 mit dem Abriss einer über die B54 führenden Fußgängerbrücke beginnen, ehe die Straße dann auf rund 900 Metern umgestaltet wird.

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Der Zustand im Jahr 2017: Noch ist die viel befahrene Münsterstraße eine Barriere. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Die Horne durchfließt Werne in einem tief eingeschnittenen und begradigten Bett. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Im Fokus der Planer: Die Horne und ihre Ufer. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)

Der parallel verlaufende und begradigte Bach Horne wird auf einer Länge von 2,5 Kilometern ökologisch aufgewertet. Zudem entstehen eine Uferpromenade sowie neue Erholungs- und Aufenthaltsflächen. Ein städtebaulicher Rahmenplan für die Achse Horne und Münsterstraße sichert die optimale Verknüpfung dieser beiden Bau steine. Gleichzeitig war er auch Grundlage für die Kreativwoche, die die Stadt Werne im Januar 2017 durchgeführt hat: Mit diesem Veranstaltungsformat hat die Stadt Werne beispielhaft gezeigt, wie ein umfassendes städtebauliches Projekt öffentlich diskutiert und weiterentwickelt werden kann. Bürgerinnen und Bürger erarbeiteten gemeinsam mit Planern ein Memorandum, das den Fahrplan für die kurz- und mittelfristige Umgestaltung des Areals festlegt. Dieses Memorandum wurde wenig später vom Rat der Stadt als Entwicklungskonzept verabschiedet. Bis Anfang 2019 sollen die Genehmigungs- bzw. Planfeststellungsverfahren für den Gewässerumbau abgeschlossen sein.

Zudem soll ein Nahwärmenetz entstehen, das öffentliche und private Gebäude miteinander verbindet. Zusammen mit einem System dezentraler Energieerzeuger will die Stadt genauso viel Energie erzeugen, wie rein rechnerisch verbraucht wird. Durch eine intelligente, bedarfsgerechte Steuerung der dezentralen Energieproduktion soll die Energie zudem effizienter genutzt und Verluste minimiert werden. Grundlage hierfür ist eine Machbarkeitsstudie des Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen (FiW). Die Stadt arbeitet derzeit noch an einem passenden Betreibermodell.

Das Projekt ist die Basis für die städtebauliche Entwicklung der Horne und ihres Umfelds in den kommenden Jahren. Werne hat sich auf den Weg gemacht, städtebauliche Missstände zu beheben, der Innenstadt ein attraktives Gesicht zu geben, eine ökologische Aufwertung zu erzielen und neue Lebens- und Aufenthaltsqualitäten zu schaffen.

Projektträger

Stadt Werne

Ansprechpartner

Stadt Werne
Ralf Bülte
r.buelte(at)werne.de

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Das Projektgebiet von "Werne neu verknüpft". (Abbildung: pesch partner architekten)
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Rahmenplan (Quelle: pesch partner architekten)