WALDband

Zahlreiche große Waldflächen erstrecken sich am Übergang zwischen dem vorwiegend ländlich geprägten Münsterland, dem Niederrhein und dem urbanen Ballungsraum Ruhr – beispielsweise der Dämmerwald, die Haard und die Üfter Mark. Diese Gebiete stehen unter starkem Nutzungsdruck: Der Wald ist Rohstofflieferant, einzigartiges Biotop für Pflanzen und Tiere und beliebtes Freizeit- und Regionaltourismus-Ziel. Genau hier setzt das Projekt „WALDband“ an: In einem modellhaften Planungsprozess werden exemplarisch Teile der 36.000 Hektar Waldbestand zukunftsfähig entwickelt. Hierfür arbeiten drei Akteure eng zusammen: der Regionalverband Ruhr, der Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Gemeinsam erproben die Partner neue Lösungsansätze für eine nachhaltige Waldnutzung, die auch anderen Regionen als Vorbild dienen kann. Das Projekt führt Forstwirtschaft, Naturschutz und Tourismus zusammen und gibt Antworten auf Zukunftsfragen: Wie bringen wir unterschiedliche Ansprüche miteinander in Einklang? Wie schützen wir den Wald vor den Folgen des Klimawandels? Wie wollen wir den Wald in Zukunft nutzen? Die Projektträger entwickelten in Eigenregie oder gemeinsam mit externen Partnern insgesamt 15 Projekte im Rahmen des Projektes WALDband.

Als strategisches Dach für die regionale Tourismusentwicklung im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland wird ein Konzept erarbeitet, das auch Ideen für eine umweltfreundliche Mobilität umfasst. An diesem Prozess sind weitere Partner aus den Kommunen und Kreisen, vom Naturschutz, private Gewerbetreibende sowie der Münsterland e.V., der Niederrhein Tourismus und der Ruhr Tourismus beteiligt. Eines der touristischen Aushängeschilder wird der Hohe Mark Steig: Der Fernwanderweg wird unter hohen Qualitätsaspekten entwickelt und die einzelnen Waldgebiete verbinden.

Touristisch stark genutzt wird bereits das Waldgebiet Haard. Interessen von Freizeitsportlern und Erholungsuchenden stehen dabei oft im Gegensatz zu denen des Waldes. Deshalb wird eine neue Besucherlenkung erprobt, um sensible Naturbereiche zu schützen. Eine neue Mountainbike-Route, neue Themenwanderrouten sowie eine Waldpromenade zwischen Marl und Oer-Erkenschwick helfen dem Wald, sich zu erholen und bieten gleichzeitig Besuchern attraktive Angebote. Der Kreis Recklinghausen setzt gemeinsam mit den Projektträgern und Bürgerinnen und Bürgern ein Naturschutzprojekt um. Auf der Stimberghöhe, der höchsten Erhebung im WALDband, entstehen eine Heidelandschaft sowie ein Eichen-Birkenwald. Schulklassen bietet das grüne Klassenzimmer die Möglichkeit für spannenden Unterricht in der Natur.

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Drei Partner machen gemeinsame Sache: Regionalverband Ruhr (Martin Tönnes, l.), Landesbetrieb Wald und Holz NRW (Reinhard Hassel, M.) und Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland (Dagmar Beckmann, r.). (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Eine neu eingerichtete Mountainbike-Route hilft dabei, Konflikte zwischen Freizeitnutzung und Naturschutz zu minimieren. (Foto: Schejok, RVR)
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Foto: inceniofilm

In der Haard trifft der Wald an vielen Stellen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Mit dem Baustein „Biene trifft Wildschwein“ wird dieser Übergang von Acker- zu Waldflächen neu gestaltet, um Landschaftsbild, Artenvielfalt und Grundwasserschutz zu verbessern. Stufig aufgebaute Waldränder, versehen mit Randstreifen aus Wiesenkräutern wie der Kornblume oder Klatschmohn, schaffen einen weichen Übergang.

In Schermbeck entsteht die „Neue Wildnis Dämmerwald“. Hier entwickelt sich alter Laubbaumbestand ohne menschliche Eingriffe. Ziel ist es, den Natur-, Arten- und Klimaschutz zu verbessern und dabei die Bevölkerung durch Wildnis- und Umweltbildungsangebote einzubeziehen. Ein 2,5 Kilometer langer Rundweg entsteht, ausgestattet mit Informations- und Interaktionsmöglichkeiten für Besucher. Die Strecke wird barrierearm angelegt. Das Thema Inklusion ist nicht nur im Dämmerwald wichtiges Thema: Es ist ein zentrales Anliegen des WALDband- Projekts. Inklusive Naturerlebnisse entstehen z.B. am Naturparkhaus in Raesfeld, wo das Spielgelände erweitert und ein Rundweg angelegt wird.

Weitere Bausteine und Themen werden fortlaufend entwickelt. Hierfür haben die Projektträger gemeinsam mit weiteren Akteuren aus der Region einen Arbeitskreis gegründet, der das WALDband von Beginn an und über den Regionale 2016-Zeitraum hinaus interdisziplinär betreut. Das Projekt zeigt neue Wege auf, wie durch gemeinsames Vorgehen ein neuer Umgang mit unserer Landschaft gelingen kann. Es ist somit auch ein wichtiger Bestandteil des im Zuge der Regionale 2016 eingeleiteten Gesamtprozesses „Münsterländer Parklandschaft 2.0“.

Projektträger

Regionalverband Ruhr

Naturpark Hohe Mark-
Westmünsterland e.V.

Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Ansprechpartner

Regionalverband Ruhr
Martin Wirtz
wirtz(at)rvr-online.de

Naturpark Hohe Mark-
Westmünsterland e. V.
Dagmar Beckmann
beckmann@hohemark
westmuensterland.de

Wald und Holz NRW
Heinz-Peter Hochhäuser
heinz-peter.hochhaeuser@
wald-und-holz.nrw.de

Link zum Projekt

www.waldband.de

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Februar 2014: Die Projektträger übergeben die Projektstudie, um die nächste Stufe in der Regionale-Qualifizierung zu erreichen. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Baubeginn für ein Naturschutzprojekt unter Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern auf der Stimberghöhe in Oer-Erkenschwick. (Foto: Kreis Recklinghausen)