RS2 Regio.Velo

Mit dem Radschnellweg RS2 entsteht im westlichen Münsterland eine optimale Infrastruktur für schnellen Radverkehr: eine großzügige, weitestgehend kreuzungsfreie Route mit getrennten Fahrspuren für beide Richtungen. Die rund 60 Kilometer lange Trasse soll von Isselburg nach Coesfeld führen. Gerade für schnelles Radfahren mit E-Bikes bieten sich dann neue Möglichkeiten, zum Beispiel für Berufspendler. Als Vorbild gelten die Niederlande. Sehr gut ausgebaute Radschnellwege sind dort mittlerweile zum Standard der Verkehrsinfrastruktur geworden und werden intensiv befahren.

Mit dem RS2 setzt das westliche Münsterland ein Zeichen für zukunftsorientierte Nahmobilität und zeigt modellhaft auf, wie Radschnellwege im ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden können.

Das Münsterland ist eine Fahrradregion. Viele Menschen nutzen das Rad für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und besonders auch in der Freizeit. Während die Reichweite des „normalen“ Rades im Alltagsverkehr recht beschränkt war, eröffnen sich heute durch E-Bikes ganz neue Möglichkeiten: Mit Unterstützung durch den Elektromotor wird das Fahrrad auch für weniger sportliche Menschen und auf längeren Strecken zu einer Alternative zum Auto. Immer mehr Menschen sind mit dem Fahrrad schnell mobil. Doch diese neue Mobilität benötigt auch die entsprechende Infrastruktur.

Die Politik hat auf diese Entwicklungen reagiert. Radschnellwege sind sowohl ein zentrales Thema im Nationalen Radverkehrsplan 2020 des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung als auch Schlüsselbausteine in Planungen und Aktivitäten des NRW-Verkehrsministeriums. Dazu zählen der 2012 verabschiedete „Aktionsplan zur Förderung der Nahmobilität“ und der 2012 initiierte Planungswettbewerb für Radschnellwege in NRW.

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In den Niederlanden sind Radschnellwege heute aus dem Verkehrssystem nicht mehr wegzudenken.(Foto: André Wolf, Regionale 2016 Agentur)
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Die Planungen umfassen auch Rastplätze und Mobilstationen. (Grafik:P.3 Agentur)
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November 2013: RS 2 Regio.Velo ist einer der Gewinner im Landeswettbewerb Radschnellwege. (Foto: Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW)

Für alle Radschnellwege in Nordrhein-Westfalen wurden feste Qualitätskriterien festgelegt – die natürlich auch für den RS2 im westlichen Münsterland gelten. Die rund 60 Kilometer lange Trasse soll so angelegt werden, dass man bequem nebeneinander fahren und auch überholen kann. Dazu ist eine Breite von 4 bis 5 Metern erforderlich. Angedacht sind außerdem Rastplätze und kleinere Wetterschutzanlagen, die das Radfahren über längere Strecken und bei jeder Wetterlage erleichtern.

Die Projektidee wurde im Herbst 2012 von den Städten Isselburg, Bocholt, Rhede und Borken in das Qualifizierungsverfahren der Regionale 2016 eingebracht. Im Rahmen der Weiterqualifizierung wurde die Anregung des Lenkungsausschusses aufgegriffen, die Strecke bis nach Coesfeld zu führen. Die Kommunen Velen, Gescher und Coesfeld konnten für die Idee des Radschnellwegekonzeptes gewonnen werden. Die Federführung in der Projektentwicklung hat der Kreis Borken übernommen.

Ende 2013 wurde mit der Grundlagenstudie die grundsätzliche Machbarkeit des Projekts ermittelt. Die daran anschließende vertiefende Machbarkeitsstudie bescheinigte dem Vorhaben großes Potential: gute Auslastung dank eines hohen Pendleraufkommens in der Region, gute Voraussetzung für die Trassenführung dank möglicher Teilnutzung einer ehemaligen Bahntrasse und ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis.

Für alle Streckenabschnitte zwischen Isselburg und Velen sind Lösungen für die Trasse, Querungen und Kreuzungen unter Berücksichtigung des Naturschutzes ermittelt worden. Fragen der Verkehrspotenziale, der Investitionen sowie der Kosten-Nutzen-Relationen wurden ebenfalls beantwortet.

Auf Basis dieser Machbarkeitsstudie ist die Ausführungsplanung für den ersten Streckenabschnitt zwischen Bocholt-Rhede im Sommer 2016 gestartet. Im Abschnitt zwischen Velen und Coesfeld baut Straßen.NRW zudem im Zuge der Sanierung der Landesstraße 581 einen straßenbegleitenden Radweg, der den RS2 zusätzlich mit der Radbahn nach Rheine verknüpft.

Projektträger

Stadt Bocholt
Stadt Borken
Stadt Coesfeld
Stadt Gescher
Stadt Isselburg
Stadt Rhede
Stadt Velen
Kreis Borken
Kreis Coesfeld

Ansprechpartner

Kreis Borken
Michael Weitzell
m.weitzell(at)kreis-borken.de

Link zum Projekt

www.regiovelo.info

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Der RS2 soll als Fahrrad-Schnellstrecke von Isselburg bis Coesfeld führen.
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Ein Vorbild für den Einsatz von Radschnellwegen sind die Niederlande. (Foto: André Wolf, Regionale 2016 Agentur)
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Werbung für den Lastentransport mit dem Fahrrad: Lastenradparade im September 2015 in Bocholt. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)