Pankok Museum Haus Esselt

Otto Pankok ist einer der bedeutendsten deutschen Zeichner, Grafiker und Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Er hat ein umfangreiches künstlerisches Werk von hoher politischer wie ethischer Aussagekraft hinterlassen. Haus Esselt in Hünxe war viele Jahre sein Lebens- und Schaffensort. Heute werden dort im Pankok Museum seine Werke ausgestellt. Das künstlerische Lebenswerk, der schriftliche Nachlass und sein Wohnhaus sind für die Nachwelt erhalten und sichtbar geblieben – dank der ehrenamtlichen Arbeit vieler Menschen vor Ort.

Die Otto Pankok Stiftung hat im Zuge der Regionale 2016 den Grundstein dafür gelegt, dass Haus Esselt und das Museum auch in Zukunft von Jung und Alt besucht werden können. Gemeinsam mit vielen Partnern ist es gelungen, ein Zukunftskonzept zu entwickeln, neue Netzwerke zu knüpfen und Finanzierungsquellen zu erschließen.

Zu seinen Lebzeiten hat sich Otto Pankok besonders für Menschen eingesetzt, die von der Gesellschaft ausgestoßen und bedroht werden. Im Dezember 2014 wurden er und seine Frau Hulda posthum als „Gerechte unter den Völkern“ durch die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geehrt. Nach dem Tod Pankoks im Jahr 1966 gründeten seine Frau Hulda und seine Tochter Eva die Otto Pankok Stiftung und das Museum, um sein künstlerisches Lebenswerk, seine persönlichen Erinnerungen und Haus Esselt zu erhalten. Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk aus dem Wohnhaus, der umgebenden Kulturlandschaft an der Issel und dem Werk Pankoks, das in wechselnden Ausstellungen präsentiert wird. Nachdem Eva Pankok im Februar 2016 verstarb, ist das Erbe an die Otto Pankok Stiftung übergegangen.

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Das Herrenhaus, das von der Familie Pankok bewohnt wurde, stammt aus dem 17. Jahrhundert. (Foto: Greta Schüttemeyer, LWL-Medienzentrum für Westfalen)
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Innenansicht des neuen Museums. (Quelle: Dr. Ulrich Hermanns Ausstellung Medien Transfer)
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Regelmäßig kommen Schulklassen ins Pankok Museum, um Leben und Werk des Künstlers kennen zu lernen. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)

Die Stiftung hat die Regionale 2016 genutzt, um vorhandene Strukturen neu zu positionieren, auszubauen und langfristig zu sichern – durch bauliche Sanierung der Gebäude, die Erweiterung der Museumsräume, die Modernisierung der Ausstellung sowie die Erstellung eines tragfähigen Betriebskonzepts. Entscheidend war bei allen Planungen: Der familiäre Charakter, der Haus Esselt und das Pankok Museum ausmacht, muss erhalten bleiben.

Der Prozess der Neupositionierung des Otto Pankok Museums begann bereits im Jahr 2010. In einem Werkstattverfahren erstellten Akteure unter Leitung des Büros startklar.projekt.kommunikation ein Arbeitsprogramm, das Handlungsnotwendigkeiten und Arbeitsschritte beschreibt. Seitdem hat die Pankok Stiftung gemeinsam mit vielen Partnern für die Umsetzung und Finanzierung des Projekts gekämpft – mit Erfolg.

Im November 2016 erfolgte der Spatenstich für die Sanierung von Haus Esselt. Durch das Sonderprogramm für Denkmalschutz des Bundes konnten hierfür 300.000 Euro Förderung akquiriert werden. Weitere Mittel erhält die Pankok Stiftung vom Land NRW sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auch die Museumsscheune wird baulich ertüchtigt und zudem erweitert. Die Arbeiten sollen Ende 2017 starten, um dann 2019 die neue Ausstellung präsentieren zu können. Die Ausstellungskonzeption konnte 2016 fertig gestellt werden.

Gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland (LVR) wurde 2013 ein Betriebs- und Trägerkonzept erarbeitet, das seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ebenfalls gefördert durch den LVR konnte die Inventarisierung und Digitalisierung des Kohlewerks und der Skulpturen auf den Weg gebracht werden. Ein Förderantrag beim LVR ist gestellt, um den künstlerischen und schriftlichen Nachlass von Otto Pankok zu inventarisieren. Auch die regionalen Akteure konnten als Förderer des Vorhabens gewonnen werden. Die Gemeinde Hünxe unterstützt mit einem jährlichen Zuschuss die Pflege des Außenbereichs. Die Stiftung des Kreises Wesel förderte die Anschaffung einer neuen Ausstattung für den Außerschulischen Lernort.

Das Projektmanagement, dass durch eine LEADER-Förderung auf Haus Esselt eingerichtet werden konnte, endet 2019. Dann soll auch das Projekt weitestgehend abgeschlossen sein. Bereits jetzt hat die Otto Pankok Stiftung gezeigt, wie mit professioneller Begleitung, einer strategischen Ausrichtung und guter Kommunikation das ehrenamtliche Engagement dauerhaft gesichert werden kann. Die Akteure haben trotz vieler Unwägbarkeiten und Stolpersteine während der Projektentwicklung niemals aufgegeben und für ihre Vision gekämpft.

Projektträger

Otto Pankok Stiftung

Ansprechpartner

Otto Pankok Stiftung
Katrin Reuscher
k.reuscher@pankok-
museum-esselt.de

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Otto Pankok ist einer der bedeutendsten deutschen Zeichner, Grafker und Bildhauer des 20. Jahrhunderts. (Foto: Pankok Museum Haus Esselt)
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Spatenstich für die denkmalgerechte Sanierung von Haus Esselt im November 2016. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur