NDM Naturwertstoffanlage Nordvelen

Als landwirtschaftliche Intensivregion steht das westliche Münsterland vor besonderen Herausforderungen – beispielsweise der Frage, was mit überschüssiger Gülle passieren soll. Derzeit wird sie mit hohem Transportaufwand exportiert oder in Biogasanlagen vergoren. Die NDM Naturwertstoffanlage Nordvelen schafft eine Alternative.

Aus Gülle werden mit Hilfe von moderner Technik die Wertstoffe Stickstoff und Phosphor gewonnen, ohne dass umweltbelastende oder entsorgungspflichtige Stoffströme entstehen – ein innovatives Verfahren, das auch für andere Anlagen und Regionen beispielgebend sein kann. Gesellschafter sind rund 100 familiengeführte, landwirtschaftliche Betriebe aus dem Kreis Borken.

Die aus der Gülle gewonnenen Wertstoffe sollen nicht nur zu Düngezwecken weiterverwendet, sondern auch für industrielle Prozesse genutzt werden: Phosphorsäure kann beispielsweise in der metallverarbeitenden Industrie oder in der Halbleiterherstellung zum Einsatz kommen. Stickstoff wird in Form von Ammoniak als Grundstoff in der chemischen Industrie eingesetzt. Die Naturwertstoffanlage kann dank zusätzlicher Energiegewinnung aus der Gülle autark betrieben werden. Zudem wurde bei der Planung besonderer Wert darauf gelegt, dass sich der Bau in das Landschaftsbild einpasst und keine Beeinträchtigungen für Anwohner und Umwelt entstehen. Der Gesellschafts- und Grundstückskaufvertrag wurde bewusst so gestaltet, dass eine weitere Intensivierung der Tierhaltung vermieden wird und keine weit zu transportierende Gülle, z.B. aus den Niederlanden, verwendet werden darf.

Nicht nur die Anlage und die angewendeten Verfahren haben Modellcharakter: Das Projekt ist erst durch den Zusammenschluss von vielen Landwirten aus der Region möglich geworden. Als Gesellschafter der Anlage tragen sie gemeinsam mit der NDM Naturwertstoffe GmbH die Investitionskosten, die durch eine Landesbürgerschaft abgesichert werden.

In Zusammenarbeit mit Unternehmen und Hochschulen sowie mit Unterstützung des Landes NRW soll die Naturwertstoffanlage künftig auch zu einem Forschungsstandort werden: So könnte beispielsweise daran gearbeitet werden, die Energieeffzienz weiter zu verbessern, hochwertige Phosphorsäuren aus Aschen zu gewinnen und neue Aufbereitungsverfahren zu entwickeln.

Bereits jetzt hat das Regionale 2016-Projekt bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt und Anerkennung erhalten. Das Vorhaben wurde mit 2 Millionen Euro aus dem Bundeszweckvermögen bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Zudem ermöglicht das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts.

Projektträger

NDM Naturdünger Münsterland
GmbH & Co. KG

Ansprechpartner

NDM Naturdünger Münsterland
GmbH & Co. KG
Doris Nienhaus
d.nienhaus(at)ndm.company

Link zum Projekt

www.ndm.company