Intergeneratives Zentrum Dülmen

Gemeinsam haben die Stadt Dülmen und die Kirchengemeinde St. Viktor das Intergenerative Zentrum (IGZ) auf den Weg gebracht. Das „Haus für alle“ entsteht zwischen Rathaus und Kirchplatz. Es wird Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringen: Der Dialog, das gegenseitige Helfen und Lernen, das Zusammenleben von Jung und Alt – all dies wird im IGZ gefördert. Möglich gemacht hat dieses außergewöhnliche Projekt eine neuartige Kooperation von Kirche und Kommune.

Der demografische Wandel sorgt dafür, dass die Gesellschaft sich in den kommenden Jahren verändern wird: Wir werden weniger, älter und bunter. Zudem hat es heute Seltenheitswert, dass Kinder, Eltern und Großeltern wie früher alle gemeinsam unter einem Dach leben. Junge und ältere Menschen haben im Alltag weniger Berührungspunkte, so dass es schwieriger ist, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Mit dem IGZ geben Stadt und Kirche Antworten auf die Herausforderungen dieses demografischen und gesellschaftlichen Wandels und entwickeln den Ansatz von Mehrgenerationenhäusern konsequent weiter.

Das IGZ ist als offenes Haus geplant, das alltägliche Kontakte zwischen Menschen unterschiedlicher Lebensphasen ermöglicht. Hierzu werden als Impuls- und Frequenzbringer vier bestehende Einrichtungen zusammengeführt: das Familienzentrum St.-Anna-Kindergarten, die Familienbildungsstätte, die auch Standort des Mehrgenerationenhauses ist, das Pfarr- und Jugendheim der Kirchengemeinde St. Viktor sowie städtische, bürgerorientierte Dienstleistungen der Stadt. Darüber hinaus werden sich zahlreiche örtliche Vereine, Verbände und Organisationen in das IGZ einbringen und Begegnungs-, Bildungs- und Freizeitangebote gestalten. Die Architektur des Hauses führt die unterschiedlichen Nutzungen zusammen und unterstützt die intergenerative Begegnung und Vernetzung. Die KiTa-Gruppe, die den Senioren-Kreis besucht oder ältere Menschen, die Jugendlichen bei den Hausaufgaben helfen – dies sind nur zwei Beispiele für die vielen Ideen, die die Projektpartner während der Entwicklungsphase ausgearbeitet haben.

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Ein Haus für alle: Das IGZ führt Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zusammen. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur
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Das IGZ vereint viele soziale Funktionen. (Grafik: landinsicht Anke Schmidt)

Mit dem Intergenerativen Zentrum entsteht nicht nur ein neuer Gebäudekomplex, sondern ein modernes Stadtquartier im Herzen der Dülmener Innenstadt. Neben dem eigentlichen IGZ werden auch Wohngebäude, Straßen und Plätze zum Quartier gehören. Als innovativer Begegnungsort mit hoher Aufenthaltsqualität und einer attraktiven Gestaltung wird es wichtige Impulse für die Innenstadt setzen.

Um all dies möglich zu machen, unterzeichneten die Stadt Dülmen und die Kirchengemeinde St. Viktor im April 2014 einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Planung, Entwicklung, Errichtung und den Betrieb des IGZ. Für die Realisierung wurde im Jahr 2014 ein hochbaulicher Architektenwettbewerb durchgeführt. Im nachgeschalteten VOF-Verfahren erhielt das Büro dreibund architekten aus Bochum den Zuschlag. Gemeinsam mit den Architekten entwickelten Kommune und Kirche die Pläne weiter und intensivierten die Öffentlichkeitsarbeit: So wurden beispielsweise im IGZ-Zukunftsladen im Rathaus die aktuellen Planungen den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Zudem führten die Projektträger den „Tag für alle“ durch: eine eintägige Veranstaltung mit einer Mischung aus Informationen zum IGZ und Angeboten für Jung und Alt. Im Sommer 2015 starteten die vorbereitenden Baumaßnahmen und die archäologischen Grabungen auf der Baustelle. Im Zuge der Grabungen wurde eine Glockengießergrube aus dem 8./9. Jahrhundert entdeckt – eine der ältesten auf dem europäischen Kontinent.

Projektträger

Stadt Dülmen

Katholische Kirchen-
gemeinde St. Viktor

Ansprechpartner

Stadt Dülmen
Astrid Wiechers
a.wiechers(at)duelmen.de

Link zum Projekt

www.igz-duelmen.de

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Dezember 2014: Der IGZ-Zukunftsladen wird eröffnet. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)
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Anlässichl des bundesweiten Tags der Städtebauförderung 2015 stellten die Projektträger ein umfangreiches Programm auf die Beine. Mit dabei: NRW-Bauminister Michael Groschek. (Foto: André Siemes, Regionale 2016 Agentur)