Ressourcennetzwerk Textil – Modellprojekt Dingdenergie

Das Modellvorhaben Dingdenergie wurde im Zuge der Projektidee "Ressourcennetzwerk Textil" gemeinsam mit dem Fachbereich Energie-Gebäude-Umwelt der FH Münster in Steinfurt und dem Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. entwickelt. Ziel war ein Wärmeverbund, an dem viele lokale Partner beteiligt sein sollten: Textil- und andere Unternehmen, private Haushalte, kommunale Einrichtungen wie die Kläranlage und das Freibad, Landwirte als Biogasanlagenbetreiber und die Gelsenwasser AG.

Durch die Vielzahl an Partnern mit unterschiedlichen Strom- und Wärmebedarfen war es möglich, ein Konzept zu entwickeln, um vergleichsweise umweltfreundlich und wirtschaftlich die notwendige Energie bereitstellen zu können.

Die Stadt Hamminkeln nahm mit Dingdenergie erfolgreich am Landeswettbewerb „KWK-Modellkommunen 2012-2017“ teil: Ein Feinkonzept als Grundlage für die weiteren Planungen konnte so erstellt werden. Nicht nur deshalb verlief das Projekt zunächst vielversprechend: Das Interesse der örtlichen Unternehmen und der Bevölkerung war groß. Dennoch konnte das Projekt nicht wie geplant umgesetzt werden: Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Beihilferecht und Förderrichtlinien änderten sich im Laufe der Projektentwicklung so stark, dass das Projekt aus Sicht der Gelsenwasser AG nicht wirtschaftlich zu realisieren ist. Daraufhin beschloss der Rat der Stadt Hamminkeln, das Projekt zunächst nicht weiter zu verfolgen.

Dingdenergie sollte aus vier Bausteinen bestehen:

Verbund Textilbetrieb/kommunale Abwasserreinigungsanlage: Ziel war es, mit der Wärme aus einem neuen Blockheizkraftwerk, das den Textilbetrieb mit Strom versorgen sollte, Klärschlamm zu trocknen. Bislang wird der Klärschlamm mit einem sehr hohen Wassergehalt zur energetischen Verwertung nach Köln transportiert. Durch die Trocknung hätten statt 2.300 t/Jahr nur noch 719 t/Jahr transportiert werden müssen, so dass Energie- und Kosteneinsparungen möglich gewesen wären.

Verbund Landwirtschaft/Unternehmen: Ein ansässiges Unternehmen benötigt für die Kraftfutterproduktion und die Getreidetrocknung viel Strom und Wärme (Dampf). Ein Blockheizkraftwerk würde sich rentieren, wenn überschüssige Wärme von umliegenden Betrieben genutzt werden könnte. Entsprechende Interessensbekundungen lagen vor.

Verbund Landwirtschaft/private Haushalte/kommunale Liegenschaften: Private Haushalte in einem älteren Wohngebiet sowie Schule, Sporthalle, Kindergarten und Freibad sollten über ein Nahwärmenetz versorgt werden. Geplant war, dass zwei Blockheizkraftwerke, betrieben mit Biogas eines örtlichen Landwirts, und ein Erdgas-Spitzenlastkessel die erforderliche Wärme erzeugen.

Verbund Unternehmen/private Haushalte: Ein ortsansässiger Textilbetrieb betreibt bereits ein Blockheizkraftwerk, dessen überschüssige Wärme über ein Nahwärmenetz für die Versorgung eines nahegelegenen Wohngebietes genutzt werden sollte.

Projektträger

Stadt Hamminkeln

Ansprechpartner

Stadt Hamminkeln
Thomas Michaelis
thomas.michaelis@
hamminkeln.de