Phase 1: Projektaufruf "Innen leben!"

Viele Eigentümer, viele Motive, viele Meinungen – die Weiterentwicklung von Wohnsiedlungen im Bestand ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe. Die kommunalen Verwaltungen kommen in diesem Bereich schnell an ihre Grenzen, da die vorhandenen planerischen Instrumente in solchen Gebieten nur wenig Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Wenn sich ein alterndes Wohngebiet verändern soll, geht das nur im Konsens mit den Immobilieneigentümern, deren Vorstellungen auf Grund der unterschiedlichen Lebenslagen naturgemäß sehr heterogen sind. Hier sind neue Kompetenzen und kreative Lösungen gefragt!

Die Regionale 2016 Agentur hat deshalb im Jahr 2012 den Projektaufruf „Innen leben – Neue Qualitäten entwickeln!“ gestartet, um die Akteure auf dem regionalen Wohnungsmarkt zu finden, die bei sich vor Ort an dieser wichtigen Zukunftsaufgabe arbeiten wollen. Gesucht wurden durchaus auch unkonventionelle und experimentelle Ansätze unter anderem zu folgenden Fragen:

  • Mit welchen Maßnahmen – auch der Umgestaltung und des Umbaus – kann eine Bestandssiedlung wieder für junge Familien attraktiv gemacht werden, die sich zunächst vielleicht eher für einen Neubau interessieren?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, Wohnungsentscheidungen in Bestandsimmobilien zu lenken?
  • Wie kann aus einem Wohngebiet mit hohem Altersdurchschnitt eine attraktive Siedlung für alle Generationen werden?
  • Wie können Nachverdichtungskonzepte im Konsens mit der Bewohnerschaft entwickelt werden, damit die Umsetzung später nicht an Wiederständen aus der Nachbarschaft scheitert?
  • Wie kann ein kommunales Bestandsmanagement für Wohngebiete im Einzeleigentum gestaltet werden?
  • Wie muss die Kommunikation organisiert werden, um mit den Immoblilieneigentümern ins Gespräch zu kommen?

Beratung und Unterstützung

Um die örtlichen Akteure in ihrer Arbeit zu unterstützen und im Netzwerk eine Vielzahl möglicher Ansätze zu erproben, hat die Regionale 2016 Agentur den Projektaufruf mit umfangreichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten flankiert.

Mit zahlreichen Konferenzen, Informationsveranstaltungen, Workshops und persönlichen Vor-Ort-Beratungen entstand ein Netzwerk von Akteuren vor allem aus den kommunalen Verwaltungen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigten und voneinander und von Best-Practice-Beispielen aus anderen Regionen lernen konnten.

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Fotos: Michael Führs, Regionale 2016 Agentur

Blick von außen: EUROPAN

Ein wichtiger Bestandteil des Projektaufrufes war in den Jahren 2013/14 die Beteiligung an EUROPAN – einem europaweiten Wettbewerb für junge Architekten. Koordiniert durch die Regionale 2016 Agentur hatten sich Ahaus, Dorsten und Nordkirchen zusammengefunden, um gemeinsam eine von europaweit insgesamt 51 Wettbewerbsaufgaben zu stellen.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs bereicherten den Ideenfundus der regionalen Akteure für den Umgang mit den Wohngebieten der 1950er bis 1970er Jahre.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und einen Einblick in die Ergebnisse finden Sie hier und unter www.europan.de.

Ergebnisse in Phase 1

Ein wichtiges Resultat des Projektaufrufes besteht deshalb darin, dass zahlreiche wichtige Multiplikatoren in der Region eine große Sensibilität für die Relevanz des Themas und dessen Hürden und Fallstricke entwickeln konnten.

Darüber hinaus sind vier konkrete Regionale 2016-Projekte entstanden, in denen unterschiedliche Zugänge zur Weiterentwicklung von alternden Wohngebieten erprobt werden. Details zu diesen Projekten erhalten Sie per Klick auf die Projektnamen.

Wohnen mit (Mehr-)Wert, Billerbeck

Wohnzukunft Südkirchen, Nordkirchen

Quartiersanpassung Barkenberg, Dorsten

Schermbeck erLeben, Schermbeck

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